Geschichte

FJORD - DIE KRAFT DER ERFAHRUNG

Eine Bootsmesse in Hannover? Ja, die gab es damals Ende der fünfziger Jahre. Und einer ihrer Besucher hieß Alf Richard Bjercke. Die erstaunliche Geschichte fängt also ganz simpel mit einem Messebesuch an. Er war jedoch der entscheidende Anstoß für Bjerke und für Fjord.

Die Welt, das ist dem zukünftigen Fjord-Manager nach der Messe klar, braucht Boote wie Fjord. Er denkt dabei an Ford, also an ein Auto für alle. Genau so sollen seine Boote funktionieren, nur eben sehr norwegisch: hartnäckig und zuverlässig wie Wikinger, ehrlich, seefest und solide.

In einer angemieteten Werkstatt in Arendal startet Bjercke Anfang der sechziger Jahre den Bau genau solcher Boote. Mehr als 24 Fuß jedoch passen nicht in die kleine Halle. Mit dem Dinghi „Gressvig“, der 15 Fuß großen „Bolt“, dem 17füßigen „Fjordling“ und einem 21 Fuß langen Kabinenkreuzer verschreibt Bjerke jedoch den Eignern das richtige Rezept. Er hat Erfolg.

Um in die 30 Fuß hineinzuwachsen verlegt er Fjord in eine neue größere Werft in Arendal. Die holt sich sofort den Ruf als modernste und produktivste Bootswerft ihrer Zeit.

Das Rezept wirkt weiter. Schon 1964 muss er Fjord einen weiteren Standort spendieren, in Fevik. In den nächsten zwei Jahren wächst Bjercks Werft auf 120 Mitarbeiter. Die Fjord-Ideen kopieren die Mitbewerber weltweit. Die Konzepte stimmen.

Zehn Jahre nach der Gründung sorgen über 700 Mitarbeiter für die Zufriedenheit der Fjord-Eigner. Bjercke bietet ihnen 72 Modelle aus vier Werften. In diesen Jahren fährt Fjord allen europäischen Werften für Motorboote davon. Bjercke denkt an damals unglaubliche 75 Fuß.

Die Ölkrise von 1973 bremst alle Expansionsträume aus. Fjord schrumpft. Aber Ende der Siebziger ist die Marke wieder da, mit neuen Modellen und einem Motorsegler. Ende der Achtziger verwandelt Eivind Amble einen traditionellen Holzriss in den 28 Fuß langen GFK-Typ Fjord „Terne“. Zehn Jahre später konzentriert Inger S. Bravig die Produktion auf dieses Boot. Die Werft entwickelt daraus bis zum Ende der Neunziger eine Modellpalette.

Fjord baut die Terne sehr individuell und mit viel Liebe zum Detail. Sie ist kein Boot für jedermann. Von der Ford-Idee hat sie sich weit entfernt. 2007 sind sich der Fjord-Geschäftsführer Jens Ahrens und HanseYachts-Boss Michael Schmidt darum einig, dass Fjord eine neue Vision braucht. Der jahrzehnetalte Markenkern soll neue Blüten treiben. HanseYachts steigt bei Fjord ein.

Das neue Team will Fjord dahin bringen, wo die Marke bereits einmal war, an die Spitze der Motoryachtwerften in Europa. Von den Fjord-Erfahrungen und der Seemannschaft des Fjord-Teams sollen in Zukunft wieder viele Eigner profitieren.